Mikromethode

Brainstorming

Weit verbreitete Technik zur Ideengenerierung in Gruppen: frei und ohne sofortige Kritik viele Ideen in kurzer Zeit produzieren.

Herkunft: Alex F. Osborn

Worum es geht

Brainstorming ist die bekannteste Kreativtechnik — und die, die am häufigsten schlecht läuft. Der Grund ist fast immer derselbe: Die Gruppe bewertet, während sie sammelt. Sobald die erste Idee zerredet wird, macht der Rest zu. Gutes Brainstorming trennt darum strikt: erst sammeln, dann urteilen.

Osborns Grundregeln sind bis heute gültig: Quantität vor Qualität, keine Kritik in der Sammelphase, wilde Ideen ausdrücklich erwünscht, und auf den Ideen anderer aufbauen. Die Aufgabe der Moderation ist, diese Regeln zu schützen — nicht selbst die meisten Ideen zu haben.

Brainstorming ist ein Startpunkt, kein Ergebnis. Nach der Sammelphase braucht es einen sauberen Konvergenz-Schritt, der aus 80 Ideen die 3 macht, mit denen ihr weiterarbeitet.

Wann du sie einsetzt

  • Ihr braucht schnell viele Ansätze für ein klar umrissenes Problem.
  • Die Gruppe ist im Kopf noch eng — ihr wollt bewusst divergent öffnen.
  • Als Ideation-Schritt innerhalb eines größeren Prozesses (z. B. Design Thinking).

Beispielagenda

0–5 Min.

Frage schärfen

Die Fragestellung als konkrete Wie-können-wir-Frage an die Wand. Zu weit = beliebige Ideen, zu eng = keine.

5–8 Min.

Regeln setzen

Keine Kritik, Quantität zählt, wild ist gut, auf anderen aufbauen. Sichtbar aufhängen.

8–25 Min.

Sammeln

Ideen laut oder still auf Karten. Moderation schreibt mit, hält das Tempo hoch, blockt jede Bewertung.

25–35 Min.

Clustern

Ähnliche Ideen gruppieren, Dopplungen zusammenfassen, Überschriften vergeben.

35–45 Min.

Auswählen

Mit Punkten oder einer How-Wow-Now-Matrix die 2–3 Ideen markieren, die weiterverfolgt werden.

45-Minuten-Block für 3–8 Personen. Bei größeren Gruppen in Kleingruppen splitten und Ergebnisse zusammenführen.

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