Mikromethode

Kreatives Problemlösen (CPS)

Prozess aus divergentem und konvergentem Denken: Ideen finden, bewerten und auswählen, um über offensichtliche Lösungen hinauszukommen.

Herkunft: Alex F. Osborn und Sidney J. Parnes

Worum es geht

Kreatives Problemlösen (CPS) ist ein strukturierter Ablauf, um zu neuen Lösungen zu kommen. Alex Osborn und Sidney Parnes haben ihn entwickelt. Sein Kern ist der bewusste Wechsel zwischen zwei Denkweisen: divergent viele Möglichkeiten öffnen, dann konvergent auswählen und schärfen.

In jeder Phase gilt: erst weit öffnen, dann bewusst schließen. Das verhindert den häufigsten Fehler, gute Ideen früh totzukritisieren. CPS läuft über mehrere Schritte — das Problem verstehen und formulieren, Ideen erzeugen, Lösungen bewerten und einen Umsetzungsplan bauen —, und in jedem Schritt steckt dieses Auf und Zu.

CPS ist stark bei offenen Problemen, für die es noch keine klare Lösung gibt und die von frischen Ideen profitieren. Für rein analytische Aufgaben mit eindeutiger Rechenlogik ist der Aufwand zu groß.

Wann du sie einsetzt

  • Das Problem ist offen und die naheliegenden Lösungen greifen zu kurz.
  • Ihr wollt bewusst zwischen Ideensammeln und Auswählen trennen.
  • Eine Gruppe neigt dazu, Ideen zu früh zu bewerten — ihr wollt das strukturieren.
  • Ihr braucht am Ende eine Idee samt Umsetzungsplan.

Beispielagenda

0–15 Min.

Rahmen & Zieldivergenz

Das Problemfeld benennen, mögliche Ziele sammeln, dann das eine wählen.

15–40 Min.

Problem verstehen

Fakten und Sichtweisen sammeln, dann das Problem präzise formulieren.

40–75 Min.

Ideen erzeugen

Divergent breit sammeln (Brainstorming, Analogien), dann auf vielversprechende Ansätze verdichten.

75–100 Min.

Lösungen bewerten

Kriterien festlegen, Ideen daran messen, die beste auswählen.

100–120 Min.

Umsetzung planen

Erste konkrete Schritte, Verantwortliche, mögliche Hürden.

2-Stunden-Runde für 4–8 Personen. In jedem Schritt bewusst erst öffnen, dann schließen — sichtbar getrennt moderieren.

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