Mikromethode

SWOT-Analyse

Strategisches Planungswerkzeug: Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohungen bewerten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Herkunft: Albert Humphrey

Worum es geht

Die SWOT-Analyse ordnet die Lage eines Vorhabens oder einer Organisation in vier Felder: Stärken und Schwächen (das Innen) sowie Chancen und Bedrohungen (das Außen). Das ergibt in wenigen Minuten ein gemeinsames Bild, auf dem eine Gruppe weiterdenken kann.

Der häufigste Fehler: Die Analyse endet mit der ausgefüllten Matrix. Ihr eigentlicher Wert entsteht im nächsten Schritt — wenn du die Felder kombinierst: Wie nutzen wir eine Stärke für eine Chance? Wie schützt eine Stärke vor einer Bedrohung? Wo macht uns eine Schwäche bei einer Bedrohung verwundbar? Diese Verknüpfung (oft TOWS genannt) macht aus der Bestandsaufnahme konkrete Handlungsoptionen.

SWOT ist stark als schneller Einstieg in Strategie- und Positionsfragen und als gemeinsame Diskussionsgrundlage. Sie ersetzt keine tiefe Analyse — die Aussagen sind nur so gut wie das Wissen der Runde und sollten mit Daten unterfüttert werden.

Wann du sie einsetzt

  • Ihr wollt schnell ein gemeinsames Bild der Ausgangslage für ein Vorhaben.
  • Vor einer Strategie- oder Positionsentscheidung, als strukturierter Einstieg.
  • Ein Team hat unterschiedliche Sichten — ihr wollt sie sichtbar auf einen Tisch legen.
  • Als Vorstufe, um daraus konkrete Maßnahmen (TOWS) abzuleiten.

Beispielagenda

0–10 Min.

Rahmen

Worauf schauen wir? Objekt und Zeithorizont klar benennen, damit alle dasselbe bewerten.

10–30 Min.

Innen sammeln

Stärken und Schwächen still auf Karten, dann gemeinsam clustern und schärfen.

30–50 Min.

Außen sammeln

Chancen und Bedrohungen im Umfeld: Markt, Technik, Regulatorik, Wettbewerb.

50–75 Min.

Verknüpfen (TOWS)

Die stärksten Felder kombinieren zu Stärke-mal-Chance und Stärke-gegen-Bedrohung — daraus werden Handlungsoptionen.

75–90 Min.

Priorisieren

Die zwei bis drei Optionen wählen, an denen ihr konkret weiterarbeitet.

90-Minuten-Block für 3–10 Personen. Aussagen möglichst mit Daten belegen, damit die Matrix über Bauchgefühl hinauskommt.

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