Blue Ocean Strategie
Neue, unerschlossene Märkte schaffen statt im Verdrängungswettbewerb zu kämpfen — Wettbewerb durch neuen Kundennutzen irrelevant machen.
Herkunft: W. Chan Kim und Renée Mauborgne
Worum es geht
Die Blue Ocean Strategie zielt auf neuen, unbestrittenen Marktraum. Statt in einem überfüllten Markt (dem roten Ozean) um Marktanteile zu kämpfen, schaffst du einen neuen (den blauen), in dem es noch keinen Wettbewerb gibt. W. Chan Kim und Renée Mauborgne haben den Ansatz geprägt.
Der Hebel heißt Wertinnovation: gleichzeitig den Kundennutzen steigern und die Kosten senken. Das gelingt, indem du die Faktoren, um die deine Branche konkurriert, neu sortierst — mit dem ERRC-Raster: Welche Faktoren eliminieren, welche reduzieren, welche anheben, welche neu schaffen? Die Strategy Canvas macht sichtbar, wie du dich damit vom Feld absetzt.
Blue Ocean ist stark, wenn ein Markt gesättigt ist und alle Anbieter sich ähneln. Sie braucht Mut, etablierte Branchenregeln zu verlassen, und eine ehrliche Prüfung, ob der neue Nutzen wirklich zahlungskräftige Nachfrage findet.
Wann du sie einsetzt
- Euer Markt ist gesättigt und die Anbieter unterscheiden sich kaum noch.
- Der Preiswettbewerb frisst die Margen und ihr wollt da raus.
- Ihr vermutet einen ungenutzten Nutzen, den bisher niemand bedient.
- Ihr wollt euch bewusst vom ständigen Vergleich mit dem Wettbewerb lösen.
Beispielagenda
Rahmen
Markt und Zielgruppe benennen, das Ziel der Werkstatt.
Ist-Wettbewerb
Nach welchen Faktoren konkurriert die Branche heute? Sammeln und auf die Strategy Canvas legen.
ERRC-Raster
In vier Feldern durchgehen: Welche Faktoren eliminieren, reduzieren, anheben, neu schaffen?
Neue Wertkurve
Aus dem ERRC-Raster eine eigene Kurve auf der Strategy Canvas zeichnen — sie soll sich sichtbar vom Feld abheben.
Nutzen prüfen
Für wen ist die neue Kurve attraktiv, und würden diese Menschen dafür zahlen?
Nächster Schritt
Die riskanteste Annahme der neuen Kurve als erstes testen.
Halbtags-Werkstatt für 4–10 Personen. Vor dem Bauen die Zahlungsbereitschaft der neuen Zielgruppe prüfen, etwa mit einem Lean-Startup-Experiment.
Für Methodenjunkies
Eine Methode nach der anderen, ins Postfach.
Der Methoden-Newsletter: pro Ausgabe eine Methode im Steckbrief — was sie kann, wann sie passt, wie du sie im Workshop einsetzt.