Lean Startup
Neue Geschäfte und Produkte über kurze Lernzyklen entwickeln: Annahmen testen, Strategie an Nutzerfeedback anpassen, Risiko früh senken.
Herkunft: Eric Ries
Worum es geht
Lean Startup bringt wissenschaftliches Vorgehen in die Produktentwicklung. Statt lange am perfekten Produkt zu bauen und beim Launch zu hoffen, formulierst du deine Geschäftsidee als eine Reihe von Annahmen und prüfst die riskanteste zuerst — mit dem kleinsten Aufwand, der eine echte Antwort liefert.
Der Motor ist der Bauen-Messen-Lernen-Zyklus: Du baust ein Minimum Viable Product (MVP), das gerade genug kann, um eine Annahme zu testen, misst echtes Nutzerverhalten und lernst daraus. Bestätigt sich die Annahme, machst du weiter (persevere); bestätigt sie sich nicht, änderst du die Richtung (pivot). Fortschritt misst du an validiertem Lernen: an belastbaren Erkenntnissen darüber, was Kund:innen wirklich wollen.
Lean Startup ist stark bei neuen Produkten und Geschäftsmodellen unter Unsicherheit — im Startup genauso wie in der etablierten Firma, die Neues wagt. Bei klar spezifizierten Aufträgen mit bekanntem Ergebnis bringt der Zyklus wenig zusätzlichen Wert.
Wann du sie einsetzt
- Ihr entwickelt ein neues Produkt oder Geschäftsmodell und wisst noch nicht, ob es jemand will.
- Eure riskanteste Annahme ist eine offene Frage — ihr wollt sie testen, bevor ihr groß investiert.
- Ihr wollt schnell und günstig lernen, statt lange im Verborgenen zu bauen.
- Etablierte Firma, die ein Innovationsvorhaben aus der Deckung holen will.
Beispielagenda
Ankommen & Rahmen
Die Idee in einem Satz, das Ziel des Workshops. Kurzes Warm-up, das den Kopf öffnet.
Annahmen sammeln
Alle Wetten, die in der Idee stecken, auf Karten: Kunde, Problem, Lösung, Preis, Kanal. Was muss stimmen, damit das funktioniert?
Riskanteste Annahme wählen
Jede Annahme nach „Wie sicher sind wir?“ und „Wie fatal, wenn sie falsch ist?“ einsortieren. Die eine wählen, an der alles hängt.
Experiment entwerfen
Den kleinsten Test bauen, der eine klare Antwort gibt — MVP, Fake Door, Interview-Reihe. Das Erfolgskriterium vorher festlegen.
Metrik & Schwelle
Was messen wir, und ab welchem Wert gilt die Annahme als bestätigt? Eine Zahl, keine Bauchentscheidung.
Nächster Schritt
Wer macht was bis wann, wann werten wir aus. Verbindlich und klein.
Halbtags-Block für 3–8 Personen. Danach läuft das echte Experiment im Feld, dann die Pivot-or-Persevere-Entscheidung anhand der Zahlen.
Für Methodenjunkies
Eine Methode nach der anderen, ins Postfach.
Der Methoden-Newsletter: pro Ausgabe eine Methode im Steckbrief — was sie kann, wann sie passt, wie du sie im Workshop einsetzt.