Makromethode

Open Innovation

Die Grenzen der Organisation öffnen und externe Ideen — von Partnern, Kunden, Hochschulen, Wettbewerbern — für Neues nutzen.

Herkunft: Henry Chesbrough

Worum es geht

Open Innovation öffnet die Grenzen der Organisation. Statt Innovation nur im eigenen Labor zu suchen, holst du gezielt Wissen, Ideen und Technologien von außen herein — von Kund:innen, Partnern, Hochschulen, Start-ups, manchmal sogar Wettbewerbern. Und du lässt eigenes Wissen nach außen fließen, wenn es dort mehr Wert schafft.

Henry Chesbrough hat den Begriff geprägt. Sein Punkt: In einer Welt verteilten Wissens kann keine Firma alle klugen Köpfe im eigenen Haus haben. Es gibt zwei Richtungen — inbound (Außen-Ideen hereinholen) und outbound (eigene Ideen, Patente, Technologien nach außen geben, etwa per Lizenz oder Ausgründung).

Open Innovation wirkt, wo das eigene Feld zu breit oder zu schnell ist, um es allein abzudecken. Sie braucht Offenheit im Umgang mit geistigem Eigentum und klare Regeln, wem was gehört. Bei streng geheimen Kernthemen ist Vorsicht geboten — nicht alles gehört nach außen.

Wann du sie einsetzt

  • Euer Innovationsfeld ist zu breit oder zu schnell, um es allein abzudecken.
  • Draußen gibt es relevantes Wissen — bei Kund:innen, Hochschulen, Start-ups — an das ihr rankommen wollt.
  • Ihr habt ungenutzte Patente oder Technologien, die anderswo Wert schaffen könnten.
  • Ihr wollt über die eigene Perspektive hinaus und bewusst fremde Sichtweisen hereinholen.

Beispielagenda

0–15 Min.

Rahmen

Die Innovationsfrage benennen, für die ihr Input von außen sucht.

15–45 Min.

Innen-Check

Was wissen und können wir selbst schon? Wo sind die echten Lücken, die von außen gefüllt werden müssen?

45–80 Min.

Außen-Landkarte

Wer draußen hat das fehlende Wissen? Kund:innen, Lead User, Hochschulen, Start-ups, Lieferanten, andere Branchen — auf eine Karte.

80–110 Min.

Andocken

Für die vielversprechendsten Quellen die Form der Zusammenarbeit skizzieren: Interview, Kooperation, offene Challenge, Lizenz.

110–130 Min.

IP & Regeln

Kurz klären, wem Ergebnisse gehören und was vertraulich bleibt.

130–150 Min.

Erste Kontakte

Wer spricht bis wann welche Quelle an. Ein konkreter erster Schritt pro Person.

Halbtags-Block für 4–10 Personen. Vor echten Kooperationen die IP-Fragen mit Fachjurist:in absichern.

Für Methodenjunkies

Eine Methode nach der anderen, ins Postfach.

Der Methoden-Newsletter: pro Ausgabe eine Methode im Steckbrief — was sie kann, wann sie passt, wie du sie im Workshop einsetzt.