Active Listening Pairs
Zwei Personen, drei Minuten am Stück Sprechzeit – die hörende Person darf nichts sagen, nur zuhören, und fasst danach in einem Satz zusammen, was sie gehört hat. Macht radikal sichtbar, was beim Zuhören eigentlich passiert (oder nicht passiert). Theoretische Wurzel: Carl Rogers, klientenzentrierte Gesprächsführung. In Workshop-Varianten breit dokumentiert (SessionLab, Trainers Warehouse). Eignet sich als Empathie-Onboarding vor User-Interviews, Stakeholder-Gesprächen oder Co-Creation-Phasen. Nicht eignet sich die Übung am Workshop-Anfang – braucht etwas Vertrauen, sonst bleibt das Geteilte oberflächlich.
So läuft es ab
- Paare bilden, möglichst Personen, die noch nicht viel miteinander gearbeitet haben. Moderation gibt eine offene Frage vor: „Erzähl von einem Moment in deinem Job, in dem du gemerkt hast, du brauchst eine Veränderung."
- Person A spricht 3 Minuten am Stück. Person B hört nur zu – kein Nicken-Plus, keine Rückfragen, keine „Ja, das kenne ich". Stoppuhr läuft sichtbar.
- Nach 3 Minuten Stopp. Person B fasst in genau einem Satz zusammen: „Was ich gehört habe, ist…". Person A bestätigt oder korrigiert.
- Rollentausch, gleicher Ablauf. Andere oder gleiche Frage – wenn Zeit knapp, gleiche Frage.
- Großgruppe, eine Frage in den Raum: „Was war ungewöhnlich? Was habt ihr beim reinen Zuhören gemerkt?" Drei bis vier Stimmen reichen.
Drei Minuten klingen wenig, fühlen sich aber lang an, wenn man nicht reagieren darf. Strenger Timer ist Pflicht – sonst rutscht es in normale Konversation und der Effekt verpufft.
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