Stakeholder-Stuhl
Mehrere leere Stühle, jeder steht für eine Stakeholder-Rolle (Kund:in, Vorstand, Lieferant, Endnutzer:in). Reihum setzt sich jemand auf einen Stuhl und beschreibt das aktuelle Problem laut aus dieser Perspektive. Macht in 15 Minuten sichtbar, dass dasselbe Problem aus jeder Rolle anders aussieht – und wo Empathie-Lücken im Team sind. Wurzel: Empty-Chair-Technik aus Fritz Perls' Gestalt-Therapie, Vorläufer Jacob Levy Morenos Psychodrama (1921). Business-Adaption: Amazons leerer „Customer Chair" in Meetings (Bezos-Praxis). Eignet sich vor Empathie- und Define-Phasen in Design Thinking, in Strategie-Workshops für Kund:innen-Perspektive. Nicht eignet sich die Übung, wenn die Stakeholder im Raum völlig unbekannt sind – dann wird's Stereotyp.
So läuft es ab
- 4–6 Stühle in einem Halbkreis aufstellen. Auf jedem Stuhl liegt eine Karte mit Rolle und 1–2 Sätzen Hintergrund („Geschäftsführerin, will im Q4 Zahlen sehen", „Kund:in, hat seit 3 Monaten Bug nicht gemeldet bekommen"). Moderation: „Wir gehen das Problem aus jeder Perspektive durch."
- Erste Person setzt sich auf einen Stuhl. Liest die Karte laut. Dann: „Aus dieser Perspektive sehe ich das Problem so: …" 90 Sekunden.
- Wechsel. Nächste Person, anderer Stuhl. Gleiche Regel: erst Karte lesen, dann sprechen.
- Wenn alle Stühle einmal besetzt waren, eine Runde freier Wechsel: jede:r darf nochmal auf einen Stuhl, den sie spannend fand, und ergänzen.
- Großgruppe: Welche Rolle hat überrascht? Welche Lücke ist aufgefallen? Was nehmen wir mit in die nächste Phase?
Die Karten-Qualität ist alles. Lieber 4 Stunden vorher mit zwei Beteiligten zusammensetzen und gute, plastische Rollen schreiben, als generische Karten verwenden, die alle gleich klingen.
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