Heard, Seen, Respected
Liberating Structure #19 von Keith McCandless und Henri Lipmanowicz. Paare, jede:r erzählt 7 Minuten eine Situation, in der sie sich nicht gehört, gesehen oder respektiert fühlten. Kein Fragen, kein Trösten, kein Ratschlagen – nur Zuhören. Danach 1-2-4-All-Harvest: Welche Muster zeigen sich? Eine der wirksamsten Empathie-Übungen, weil sie das Gegenteil von dem trainiert, was die meisten Workshops tun (Lösungen suchen). Eignet sich vor Konflikt- oder Kulturarbeit, in Führungskräfte-Workshops, in Retros nach schwierigen Phasen. Nicht eignet sich die Übung in kalten Gruppen oder zu Sessionbeginn – sie braucht psychologische Sicherheit, sonst öffnet sich niemand.
So läuft es ab
- Rahmen setzen, sehr deutlich: „Was hier erzählt wird, bleibt hier. Wir hören zu, wir reagieren nicht, wir lösen nicht. Das ist die Übung."
- Paare bilden. Person A erzählt 7 Minuten von einer Situation, in der sie sich nicht gehört, gesehen oder respektiert fühlte. Person B hört nur zu – Augenkontakt ja, Worte nein.
- Wechsel: Person B erzählt 7 Minuten, A hört zu. Insgesamt also 14 Minuten reines Erzählen-und-Zuhören.
- 1-2-4-All-Harvest: 1 Min individuell („Was habe ich über das Zuhören gelernt?"), 2 Min im Paar tauschen, 4 Min in Vierergruppen sammeln, dann reihum eine Erkenntnis pro Vierergruppe in die Großgruppe.
- Moderation hält Muster am Whiteboard fest – ohne Personennamen, nur Themen. „Was die Gruppe braucht, um sich gehört zu fühlen, ist…"
Die 7 Minuten sind nicht verhandelbar. Wer zu früh fertig ist, schweigt – und genau in der Stille kommt oft das Wesentliche. Klare Vorab-Ansage spart die Diskussion im Moment.
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