Stille Zwiesprache
Paare gegenüber, 60–90 Sekunden Augenkontakt halten, nicht sprechen, nicht inszeniert lustig machen. Macht Nähe und Verbindung körperlich erfahrbar – Forschung zu Oxytocin-Ausschüttung beim Augenkontakt unterstützt das. Inspiriert von der „60-Second Eye Contact Challenge" (aSweatLife, 2015) und Marina Abramovićs Performance *The Artist Is Present* (MoMA 2010). Eignet sich im Workshop-Mittelteil, vor sensitiven Themen, in Retreats und Vertiefungsformaten. Nicht eignet sich die Übung früh am Morgen, in kalten Gruppen, ohne explizite Opt-out-Möglichkeit oder bei Teilnehmenden mit Trauma-Hintergrund ohne Vorgespräch.
So läuft es ab
- Sehr klare Ansage: „Was jetzt kommt, geht nah. Wer das nicht möchte, geht in die andere Ecke des Raums oder macht eine kurze Pause – kein Problem, keine Begründung nötig." Tatsächlich Raum geben.
- Paare bilden, einander gegenübersitzen, etwa eine Armlänge entfernt. Moderation: „90 Sekunden Augenkontakt. Nicht reden, nicht lachen, nicht ablenken. Wenn doch, einfach zurückkommen."
- Stoppuhr läuft. Selbst auch still, leise Musik im Hintergrund hilft, ist aber nicht nötig.
- Stopp nach 90 Sekunden. Kurz die Augen schließen, durchatmen.
- Paartausch (kurz): „Was war da? Nicht analysieren, einfach beschreiben." 2 Minuten pro Paar. Dann eine Stimme in die Großgruppe, ohne Pflicht zu antworten.
Nie als Ersatz für eine ausgelassene Vertrauens-Aufbau-Phase nutzen. Diese Übung verstärkt Vertrauen, das schon da ist – sie erzeugt es nicht.
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