Trataka (Punkt-Fokus)
Yoga-Klassiker aus dem *Hatha Yoga Pradīpikā* (15. Jh.) – wörtlich „starres Schauen". Eine Person fixiert eine Kerzenflamme, einen Punkt auf der Wand oder eine Stiftspitze und versucht, ohne zu blinzeln so lange wie möglich zu fokussieren. Konzentrative Meditation in ihrer kürzesten Form. Bringt das Hirn aus „1.000 Gedanken parallel" in „eine Sache, scharf gestellt". Eignet sich vor Reflexionsphasen, vor kreativen Tiefen-Sessions oder als Eröffnung von Strategie-Workshops. Nicht eignet sich die Übung bei Migräne-anfälligen Teilnehmenden oder direkt nach Bildschirm-intensiven Phasen ohne Pause.
So läuft es ab
- Pro Person ein Fokuspunkt: Kerze in 50 cm Entfernung auf Augenhöhe oder kleiner Klebepunkt an der Wand. Moderation: „Sucht euch euren Punkt. Ihr werdet ihn die nächsten drei Minuten anschauen."
- Bequem sitzen, Wirbelsäule gerade. „Atmet normal. Augen weich auf den Punkt richten. Versucht, möglichst lange nicht zu blinzeln – aber zwingt euch nicht."
- Drei Minuten Stille. Nach etwa 60–90 Sekunden tränen die Augen meist – das ist normal und Teil der Übung.
- „Schließt jetzt die Augen. Beobachtet das Nachbild auf der Innenseite eurer Augenlider. Bleibt einen Moment dabei."
- Augen sanft öffnen, einmal tief durchatmen, kurz strecken. Direkt in die nächste Phase übergehen.
Mit Kerze stärkste Wirkung, dafür Brandschutz beachten und für Kerzenverbot-Räume vorbereiten. Punktkarte (DIN A6 mit fettem schwarzen Punkt) ist der pragmatische Plan B.
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