Design-Thinking-Box, Workshopkoffer, Prototyping-Kit: Für einen richtig guten Workshop ist das Material entscheidend — und kaum etwas ist zeitraubender, als alles einzeln in verschiedenen Shops zusammenzukaufen. Deshalb haben Innovations-Profis fertige Materialboxen auf den Markt gebracht. Hier ist der komplette Marktüberblick: sieben Kits im Vergleich, mit Steckbrief, Inhalt, Stärken, Schwächen und ehrlichem Fazit.
Was ist eine Workshopbox — und was nicht?
Eine Workshopbox ist eine kuratierte Sammlung von Materialien und Werkzeugen, um Innovationsworkshops ko-kreativ durchzuführen. Konzipiert ist sie für Design-Thinking-Workshops, Innovationsworkshops, UX/UI-Design-Projekte und ähnliche kreative Prozesse. Sie löst das Beschaffungsproblem, spart Zeit in der Vorbereitung — und die Materialien sind von Design-Thinking-Expert:innen ausgewählt.
Typischer Inhalt von Design-Thinking- und Prototyping-Boxen:
- Whiteboardmarker und Stifte
- Post-its und Moderationshilfen
- Prototyping-Material (z. B. Knete, Filzbögen, Holzstäbchen)
- Inspirationsmaterial
- je nach Box: Templates, Arbeitsbücher, Überraschungen
Elementar ist der Unterschied zum klassischen Moderationskoffer, der für Frontal-Moderation gebaut ist — warum der für Design Thinking nicht reicht, liest du hier.
Die sieben Kits im Schnellüberblick
- Makerbag (Tools for Tomorrow) — die mobile Umhängetasche für Coaches, die viel unterwegs sind
- Protobox (Tiefenschärfe) — der gut sortierte Hybrid mit Koffergriff
- Design Thinking Box (Innovatory) — die solide Inhouse-Standardbox
- Design Thinking Starter Kit (Design Thinking Coach Academy) — der Mini-Einstieg für zu Hause
- Moderationskoffer Design Thinking (Ingrid Gerstbach) — der Ausreißer im Test
- Design Thinking Starter Kit (Tools for Tomorrow) — der kompakte Profi-Schnellstart für 1 Team
- Makerbox (Tools for Tomorrow) — die Komplettausstattung für 2–5 Teams
1. Makerbag — die Mobile

Die Makerbag haben Simon Steiner (Tools for Tomorrow) und Sascha Wolff (Mitgründer von Dark Horse Innovation) entwickelt — als die für sie perfekte Workshoptasche. Bewusst reduziert, ohne Überfluss, und alle Materialien halten Nachhaltigkeitskriterien stand: recycelt, plastikfrei oder schadstoffreduziert, soweit es der Markt hergibt. Motto: „No Frills, No Bullshit, Just Enough to Communicate Your Idea."
- Teams: 2 · Teile: ca. 300
- Mobilität: sehr gut — Tragetasche zum Umhängen, beide Hände frei
- Templates: keine · Nachhaltigkeit: viele nachhaltige Teile · Preis/Leistung: sehr gut
Das ist drin
Für den Team-Space: 12 Blöcke Haftnotizen (Post-it „Recycling Notes", Blauer Engel), 10 schwarze und 6 bunte Filzstifte (Stabilo GREENpoint, 87 % Recyclingmaterial), 8 Boardmarker (Edding EcoLine), 4 Bögen Braunpapier als Pop-up-Whiteboard, Tesakrepp „EcoPremium", Klebepunkte für Dotmocracy. Für den Prototyping-Space: Tonpapier, Hartpappe, Flüssigkleber, zwei sehr gute Scheren, Cutter, 80 m Schnur, Knete (ökoNorm), Basteldraht aus Messing, Tesa mit Abroller, Playmais und Seifenblasen. Dazu die Wundertüte mit Luftballons, Klammern, Strohhalmen aus echtem Stroh, Pfeifenreinigern und Holzspießen.
Stärken: kompakt, perfekt für Reisen, alles dabei, viele nachhaltige Teile. Schwächen: kein Einblick in die Tasche — man muss kramen oder ausleeren; lässt sich nicht stapeln. Fazit: sehr gut für den schnellen Einsatz, perfekt für Coaches, die viel unterwegs sind.
2. Protobox — der sortierte Hybrid

Die Protobox ist wohl die älteste aller Design-Thinking-Materialsammlungen und war lange in jedem guten Innovation-Space zu finden. Entwickelt hat sie die Berliner Innovationsagentur Tiefenschärfe. Der Anspruch laut Hersteller: Schluss mit Einzelbestellungen und Suchaktionen in letzter Minute — mit den Händen denken, Ideen schnell visualisieren, Entscheidungskonflikte über Varianten kanalisieren.
- Teams: 2 · Teile: ca. 250
- Mobilität: gut — Trageschlaufe/Koffergriff, eine Hand frei
- Templates: keine · Sortierung: in Fächern · Preis/Leistung: gut
Das ist drin (laut Hersteller)
Moderationshilfen: 12 Stabilo-Stifte, Magnete, Haftnotizen in drei Größen, statische Whiteboardfolie, 8 Boardmarker, 192 Klebepunkte. Fürs Prototyping: Handabroller mit Klebeband, Tacker, Buntpapier, Moosgummi, Filz, Fotokarton, Klebestifte, Malerkrepp, Scheren, Knete, Styroporteile, Trinkhalme, Holzspieße, Pfeifenreiniger, Basteldraht, Teppichmesser, Alufolie, Bastgarn, Wäscheklammern. Dazu Inspirationsmaterial: Spielzeugautos, Bausteine, Legofiguren, Playmais, Holzfiguren und eine Überraschung.
Stärken: gut zum Mitnehmen, sehr gut sortiert, übersichtlich, schickes Design. Schwächen: relativ teuer, viel Plastik. Fazit: Pluspunkt für Design und Handhabung. Zur Protobox
3. Design Thinking Box — die Inhouse-Solide

Die Design Thinking Box kommt von Innovatory — dem Material-Ableger der Berliner Innovationsagentur Innoki, einem Zusammenschluss von Design-Thinking-Expert:innen. Eine offizielle Materialliste gibt es derzeit nicht; ein Blick in deren Shop lohnt trotzdem.
- Teams: 2 · Teile: ca. 250 (geschätzt)
- Mobilität: befriedigend — Seitengriffe, keine Hand frei
- Templates: keine · Preis/Leistung: unbekannt
Stärken: gut für den häufigen Einsatz inhouse, stapelbar, alles dabei. Schwächen: wenig reisefreundlich, etwas viel Styropor und Plastik. Fazit: solide Materialsammlung, lange der Standard in vielen Workshopräumen. Zu Innovatory
4. Design Thinking Starter Kit (Coach Academy) — der Mini-Einstieg
Das kleine Starter Kit ist in Ko-Kreation von Pauline Tonhauser (Gründerin der Design Thinking Coach Academy) und Simon Steiner (Tools for Tomorrow) entstanden. Es soll angehenden Design Thinker:innen den schnellen Einstieg in den ersten eigenen Workshop geben — mit 12 Essentials bewusst abgespeckt, eher für den Hausgebrauch als für den vollwertigen Workshop.
- Teams: 1 · Teile: ca. 70
- Mobilität: gut, weil klein — keine Tragemöglichkeit
- Templates: keine · Preis/Leistung: gut
Stärken: sehr klein, kompakt, günstig. Schwächen: für vollständige Workshops reicht es nicht. Fazit: für den Hausgebrauch, Remote-Sessions und kurze Einführungs-Workshops. Zum Starter Kit der Coach Academy
5. Moderationskoffer Design Thinking — der Ausreißer
Der „Moderationskoffer Design Thinking" von Ingrid Gerstbach ist der Sonderfall in diesem Vergleich: Mit 12 Teilen ist er für Teamarbeit schlicht nicht ausreichend ausgestattet.
- Teams: für Teamarbeit nicht ausreichend · Teile: 12
- Mobilität: gut — Tragegriff, eine Hand frei
- Templates: keine · Preis/Leistung: mangelhaft
Stärken: klein, handlich, stapelbar. Schwächen: unvollständig, für Design-Thinking-Workshops ungeeignet, teuer. Fazit: maximal für klassische Frontal-Moderation geeignet — den Namen „Design Thinking" verdient dieser Koffer nicht.
6. Design Thinking Starter Kit (Tools for Tomorrow) — der Profi-Schnellstart

Unser eigenes Starter Kit ist der kompakte Koffer für den professionellen Start: Material für ein agiles Team von bis zu 6 Personen, über 250 Teile, in der Praxis getestet und in Schleswig-Holstein on demand gepackt.
- Teams: 1 (bis zu 6 Personen) · Teile: ca. 250
- Mobilität: gut — Tragegriff, eine Hand frei
- Templates: Basis-Set · Nachhaltigkeit: teilweise · Preis/Leistung: sehr gut
Das ist drin
Für den Team-Space: Whiteboardmarker, Haftnotizen, Klebepunkte, Fasermaler, Superhelden-Namensschilder, Kreppband, Schere, Tonpapier, Knete, Bastelfilz, Tesafilm, Uhu-Kleber, Bastelhalme und Luftballons. Dazu ein Chenilledraht-Bastelset mit Pompons, Moosgummi-Stanzteilen, Flauschfedern, Wackelaugen und Stickern.
Stärken: kompakt und sehr gut ausgestattet, günstig, stapelbar, mit Templates. Schwächen: nur ein Team, etwas umständlich zu öffnen. Fazit: alles, was man für den professionellen Schnellstart braucht.
7. Makerbox — die Komplette

Die Makerbox ist die professionelle Schwester der Makerbag: eine sehr umfangreiche, thematisch sortierte Materialsammlung für 2–5 Teams — ein nahezu kompletter Workshop in einer Box. Im Einsatz ist sie u. a. bei Hugo Boss, Thyssenkrupp und der ESCP Business School.
- Teams: 2–5 · Teile: 350–400
- Mobilität: befriedigend — zwei Seitengriffe
- Templates: Advanced-Set · Nachhaltigkeit: viele nachhaltige Teile · Preis/Leistung: gut
Das ist drin
Für den Team-Space (2 Teams): 12 Blöcke Haftnotizen, 10 schwarze und 6 bunte Greenpoint-Stifte, 8 bunte Boardmarker, 4 Bögen Brownpaper als Pop-up-Whiteboard, Tesakrepp und Klebepunkte für Dotmocracy. Für den Prototyping-Space: Tonpapier, Hartpappe als Schneideunterlage, Klebe, zwei sehr gute Scheren, ein sehr guter Cutter, Schnur, Knete, Basteldraht aus Messing, zwei Rollen Tesa mit Abroller, Seifenblasen und Playmais — das beste Protomaterial, das es gibt. Dazu die Wundertüte mit Gummibändern, Luftballons, Klammern aller Art, Strohhalmen aus echtem Stroh, Pfeifenreinigern und Holzspießen.
Stärken: gut für den häufigen Einsatz inhouse, stapelbar, viele nachhaltige Teile, nach Teamgröße anpassbar (2–5 Teams). Schwächen: nicht sehr mobil. Fazit: die Komplettausstattung für alle, die regelmäßig Workshops geben.
Welche Box passt zu dir?
- Viel unterwegs, schnell einsatzfähig, Nachhaltigkeit wichtig? → Makerbag
- Ausprobieren, keine Erfahrung, kleiner Remote-Workshop? → Starter Kit der Coach Academy
- Solide Inhouse-Ausstattung, immer parat? → Design Thinking Box von Innovatory
- Der Hybrid: mal im Haus, mal auf Reisen, Ordnung und Design wichtig? → Protobox
- Größeres Unternehmen oder Uni, regelmäßige Workshops, alles komplett? → Makerbox
- Der kleine professionelle Workshop zwischendurch? → Design Thinking Starter Kit von Tools for Tomorrow
Wo kann man die Materialsets kaufen?
Wo kann man die Makerbag kaufen? Im Tools-for-Tomorrow-Shop und im Design Thinking Store.
Wo kann man die Makerbox kaufen? Direkt im Tools-for-Tomorrow-Shop.
Wo kann man die Protobox kaufen? Unter protobox.eu.
Wo kann man die Design Thinking Box kaufen? Bei innovatory.de.
Wo kann man das Design Thinking Starter Kit (für privat) kaufen? Bei der Design Thinking Coach Academy.
Wo kann man das Design Thinking Starter Kit (for Business) kaufen? Im Tools-for-Tomorrow-Shop.
Und damit zur Vorbereitung nichts fehlt: Die große Workshop-Checkliste führt dich durch Raum, Technik, Material und Catering — interaktiv abhakbar.
Transparenz: Das ist keine bezahlte Werbung. Wir haben alle Sets zusammengetragen, die wir kennen — und Makerbag und Makerbox selbst entwickelt, weil uns bei den anderen Angeboten die Materialschlacht aus Styropor und Plastik störte. Die Einschätzungen sind unsere eigenen.
Alle Checklisten für deine Workshop-Vorbereitung
Von der großen Vorbereitungs-Checkliste bis zur Einkaufsliste — hier ist die ganze Familie.
