Systemdenken & Komplexität
Sand Talk
Das Wissen der Aborigines und die Krisen der modernen Welt
Tyson Yunkaporta · Matthes & Seitz · 3. Auflage, 2021
Nachhaltigkeit ist keine Erfindung der Gegenwart — es gab Gesellschaften, die sechzigtausend Jahre lang funktioniert haben, und sie dachten anders.
Worum es geht
Yunkaporta, Akademiker und Angehöriger der Apalech, konfrontiert westliche Denkgewohnheiten mit indigenen: das Denken in Mustern und Verwandtschaftsbeziehungen statt in Kategorien und Hierarchien, Wissen als etwas, das man weitergibt und nicht besitzt. Er schreibt dabei bewusst gegen die Erwartung an, hier gebe es eine Weisheit zum Mitnehmen.
Für wen sich das lohnt
Für alle, die mit Gruppen an Zukunftsfragen arbeiten und aus den eingeschliffenen westlichen Denkfiguren herauskommen wollen. Auch als Korrektiv zu Nachhaltigkeitsdebatten, die Natur immer als Ressource behandeln.
Format zum Buch
Muster statt Ziele
90 Minuten
Statt ein Ziel zu formulieren, beschreibt die Gruppe das Muster, in dem sie leben will: Was wiederholt sich, was fließt wohin, wer steht mit wem in Beziehung? Erst danach wird gefragt, welche einzelne Handlung dieses Muster stärkt. Für zielgewohnte Gruppen ist der Einstieg ungewohnt und dauert.
Ablauf in Facilitools bauen →Unser Blick darauf
Ein sperriges, sprunghaftes, stellenweise sehr witziges Buch, das sich der Verwertung entzieht — das ist Absicht. Wer eine Methode sucht, wird enttäuscht; wer eine andere Art zu denken sucht, bekommt sie. Vorsicht vor der Versuchung, daraus ein Workshop-Werkzeug zu machen; Yunkaporta warnt selbst davor.