Entrepreneurship Compass · Wertschöpfung · Feld „Beziehung

Woher kommen meine Leute wirklich

Dein Bauchgefühl über Kanäle lügt. Zehn Antworten erden es.

Die meisten investieren ihre Marketing-Energie nach Gefühl: „Instagram muss man machen", „Google ist wichtig". Dabei liegt die Antwort längst in deinem Bestand — du musst nur deine letzten Kund:innen fragen, wie sie zum ersten Mal von dir gehört haben. Zehn Antworten reichen, um zu sehen, wo deine Energie hingehört. Das ist ein Nachmittag Arbeit, kein Marketingplan.

Der Kern: Nicht raten, zählen. Der Kanal, über den deine echten Kund:innen kamen, schlägt jeden Kanal, „den man heute machen muss". Verdopple, was nachweislich funktioniert, bevor du Neues anfängst.

1 Liste deine letzten zehn Kund:innen

Die letzten zehn, nicht die liebsten zehn. Bei wenig Volumen: alle aus den letzten Monaten.

2 Frag nach dem ersten Kontakt

Bei jeder Person: Wie hast du zum ersten Mal von mir gehört? Wenn du es nicht sicher weißt — anrufen oder kurz schreiben. Das fühlt sich komisch an und ist die wertvollste Marktforschung, die du gratis kriegen kannst: „Kurze Frage, hilft mir bei der Planung: Wie bist du damals eigentlich auf mich gekommen?"

Kund:inErster Kontakt — wie von mir gehört?Sicher gewusst oder gefragt?
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3 Mach die Strichliste

Empfehlung / Mundpropaganda:
Vorbeigekommen / Laufkundschaft / lokal gesehen:
Suche im Netz:
Social Media:
Sonstiges (Presse, Veranstaltung, Verband …):
So sieht das aus — bei Ben (Kaffeerösterei, vier Leute)

Ben hätte gewettet: Instagram. Er postete dreimal die Woche und steckte Stunden rein.

Die Strichliste sagte etwas anderes: Sieben von zehn Kund:innen kamen über das Probierpaket in den Briefkästen der umliegenden Büros — oder über jemanden, der davon erzählt hat. Instagram: eine Person. Seitdem macht Ben zweimal im Jahr die Briefkasten-Aktion im nächsten Viertel und postet, wenn ihm danach ist.

4 Zieh die drei Konsequenzen

Verdoppeln: Dein stärkster Kanal ist … — und was genau daran wirkt (das Probierpaket? der Zettel? die persönliche Übergabe?), damit du mehr davon machst:
Streichen oder bewusst testen: Welcher Kanal kostet dich Zeit und hat keinen einzigen Strich? Entweder weg damit — oder ein echter Test mit Enddatum:
Klumpenrisiko: Kommen mehr als 7 von 10 über einen einzigen Weg? Dann ist der zweite Kanal keine Kür — er ist deine Versicherung. Welcher käme infrage?

Und achte darauf, ob deine Wege zusammenspielen: Der Zettel im Briefkasten wirkt doppelt, wenn die Website dann hält, was er verspricht. Zwei Kanäle, die ineinandergreifen, bringen mehr als drei, die nebeneinanderher laufen.

5 Eine Aktion für diese Woche

Was ich diese Woche konkret tue (eine Sache, nicht drei):

Drei Stolperfallen

  • Raten statt fragen. „Die finden mich bestimmt über Google" zählt nicht. Nur die echte Antwort der echten Person zählt — und sie überrascht fast immer.
  • Letzter Kontakt statt erster. Dass jemand vor dem Kauf auf deiner Website war, heißt nicht, dass er dich dort entdeckt hat. Frag nach dem allerersten Mal.
  • Neues anfangen, bevor das Stärkste ausgereizt ist. Ein Kanal, der nachweislich liefert und noch Luft hat, schlägt jedes unerprobte „das machen jetzt alle".

Zurück ins Werkzeug

Dieses Blatt gehört zur Etappe Wertschöpfung der Standortbestimmung. Dort geht es weiter — mit deinem Stand, deiner Diagnose und dem nächsten Schritt.

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