TfT Public · Konzept · Die Kleine Zeile

Eine Ladenzeile aus Tiny Houses, wo heute nur Parkplatz ist.

Die Kleine Zeile ist ein Konzept von Tools for Tomorrow für Quartiere ohne Treffpunkt: modulare Kleinsträume für Menschen aus dem Viertel, die etwas anfangen wollen. Entstanden in der Visionenwerkstatt Schlaatz in Potsdam.

Handskizze eines Quartiersplans mit dem Schriftzug „Wasserpromenade“ aus der Visionenwerkstatt Schlaatz
Modulrund 10 m²
Mietzielunter 200 € im Monat
Aufbauauf Zeit, rückbaubar
/ 01 — Was sie ist

Kleinste Räume, kurze Wege, ein Ort zum Bleiben.

Vorbild sind Ladenzeilen, wie man sie etwa in Tel Aviv findet: viele Geschäfte auf fünf bis sechs Quadratmetern, belebte Straßen, Möglichkeitsräume zum Loslegen. Das Gegenteil davon kennt fast jede Stadt.

So funktioniert sie
  • Zwei Reihen modularer Tiny Houses, die sich gegenüberstehen. Dazwischen entsteht eine Gasse wie in einer Altstadt, mit Sitzplätzen, Grün und Licht.
  • Aufgestellt auf Parkplätzen, Brachen oder an überbreiten Straßen. Die Fläche geht zurück an die Menschen, zunächst auf Zeit und ohne großes Risiko.
  • Die Module sind rund 10 m² groß. Ziel ist eine Miete unter 200 € im Monat, damit sich auch ein kleines Vorhaben rechnet.
  • Die Räume gehen an Menschen aus dem Viertel mit einem eigenen Vorhaben: Musikunterricht, Nachhilfe, Gemüsehandel, Kiosk, Café, Atelier, Beratung, Mini-Coworking.
  • Wer mitmacht, bekommt eine niedrigschwellige Gründungsbegleitung, auch für Geflüchtete, die in ihrer Heimat schon einen Laden hatten.
  • Später lassen sich die Häuser abbauen und an anderer Stelle weiterverwenden.
Wo sie hingehört
  • Großwohngebiete mit einem Supermarkt und viel Parkplatz, aber ohne Ort zum Bleiben.
  • Siedlungen ohne Treffpunkte, in denen Gastronomie und Kleingewerbe fehlen.
  • Innenstadt- und Marktplätze, die heute nur Parkplatz sind.
  • Flächen, die auf eine spätere Bebauung warten und zwischendurch brachliegen.
/ 02 — Woher die Idee kommt

Aus einer Visionenwerkstatt im Potsdamer Schlaatz.

Oktober 2017, ein Großwohngebiet mit rund 10.000 Menschen, ein Supermarkt, viel Parkplatz. In den Interviews sagten viele, sie würden gern etwas anfangen: Musikunterricht, Nachhilfe, einen Gemüsestand, ein kleines Café. Es fehlten Raum und Geld. Aus der Idee einer kleinen Gewerbe-Mall aus Tiny Houses wurde die Kleine Zeile.

Handskizze eines Quartiersplans mit dem Schriftzug „Wasserpromenade“: ein gepunkteter Weg entlang der Nuthe zwischen Wohnzeilen
Landeshauptstadt Potsdam · Oktober 2017 · Werkstattverfahren vom 10. bis 13. Oktober

Welche Zukunft hat ein Großwohngebiet, wenn die Menschen, die dort wohnen, sie selbst entwerfen?

  • KontextStadtentwicklung · Leitbild für ein Großwohngebiet der 1980er Jahre mit rund 10.000 Einwohner:innen
  • ZeitraumOktober 2017 · Werkstattverfahren vom 10. bis 13. Oktober
  • UmfangVier Werkstatttage vor Ort · Interviews im Vorfeld · öffentliche Präsentation · eines von vier Teams
  • MethodenDesign Thinking · qualitative Interviews · teilnehmende Beobachtung · Analogie-Recherche · Skizzen-Prototypen, vor Ort getestet
/ 03 — So wird ein Pilot daraus

Erst zuhören, dann klein bauen, dann nachjustieren.

Die Reihenfolge ist Absicht. Ein Standort, der ohne Gespräche im Quartier entsteht, bleibt ein Provisorium.

01

Zuhören

Interviews und Beobachtung im Quartier. Wer will hier etwas anfangen, und was fehlt dafür?

02

Fläche finden

Ein Parkplatz, eine Brache, ein Randstreifen. Klärung mit Eigentümer:in, Verwaltung und Nachbarschaft.

03

Klein starten

Zwei bis vier Module, ein Sommer, klare Regeln. Was funktioniert, bleibt; was stört, kommt weg.

04

Begleiten

Gründungsbegleitung für die ersten Mieter:innen, damit aus der Idee ein Betrieb wird.

05

Auswerten

Nutzung, Einnahmen, Rückmeldungen aus dem Viertel. Dann die Entscheidung über Ausbau oder Umzug.

/ 04 — Fragen

Was Kommunen und Wohnungsunternehmen vorher fragen.

Ist das ein fertiges Produkt oder eine Idee?
Ein ausgearbeitetes Konzept mit Herkunft und Skizze, noch ohne gebauten Standort. Wir suchen Kommunen und Wohnungsunternehmen, die den ersten Pilot mit uns aufsetzen.
Was braucht eine Kommune dafür?
Eine Fläche, den Willen, sie für eine Weile anders zu nutzen, und ein Ansprechpartner im Haus. Die Beteiligung im Quartier, das Betreibermodell und die Begleitung der Gründer:innen bringen wir mit.
Warum Tiny Houses und kein Container?
Weil die Häuser so gebaut sind, dass man gern davor sitzt. Holz, Fenster, ein Vordach. Die Gasse soll ein Ort sein, an dem man bleibt, kein Provisorium.
Geht das auch als Vortrag?
Ja. Als Impuls für Stadtrat, Wirtschaftsförderung oder eine Fachtagung, mit der Geschichte aus dem Schlaatz und der Frage, was das für die eigene Stadt heißt.
/ Anfragen

Eine Fläche, ein Viertel, eine Frage: Reicht uns für den Anfang.

Als Vortrag, als Werkstatt im Quartier oder als Pilot mit Begleitung. Unverbindlich und kostenlos, Antwort werktags binnen 24 Stunden.

  1. 1 Thema
  2. 2 Format
  3. 3 Eckdaten
  4. 4 Kontakt

Was schwebt euch vor?

Das heißt für euch

Vortrag / Keynote

Der Auftakt für die große Runde: ein Impuls, der Führungskreise und Belegschaften in Bewegung bringt — als Startschuss für Veränderungsprozesse, Zukunftstage und Strategie-Klausuren.

  • Zukunftsthemen greifbar statt abstrakt — mit Beispielen, die hängen bleiben
  • Denkwerkzeuge, die sich direkt im Alltag anwenden lassen
  • Ein gemeinsamer Startpunkt für das, was danach kommt
Dauer
30–60 Minuten plus Austausch
Preisbeispiel
Keynote (30–60 Minuten) pauschal inkl. Vorgespräch, Zuschnitt und Material = ab 3.500 € zzgl. USt., zzgl. Anfahrt. Vortrag mit anschließender Werkstatt (halber Tag) ab 5.500 €, Online ab 2.200 €. Gemeinnützige Träger, Genossenschaften und Bildungseinrichtungen zahlen 20 % weniger.

So sah das bei Stadt Neustadt i.H. aus: Aus der Industriebrache wird ein lebendiges Hafenquartier. Fall lesen →