An Schulen wird viel entwickelt: Medienkonzepte, Ganztagskonzepte, Förderkonzepte, Schulprogramme. Viele davon entstehen in Steuergruppen und Konferenzen, unter Zeitdruck, nach Vorgaben der Schulaufsicht. Im Alltag einer Schule kommt davon oft wenig an, weil die Menschen, die es betrifft, an der Entwicklung kaum beteiligt waren: Schülerinnen und Schüler, Eltern, das Ganztagspersonal, die Kolleginnen, die nicht in der Steuergruppe sitzen. Design Thinking gibt der Schulentwicklung einen Ablauf, der bei diesen Menschen ansetzt.
Fragen, an denen Schulen arbeiten
- Ganztag. Wie wird der Nachmittag zu einer Zeit, in der Kinder gern bleiben, und wie arbeiten Lehrkräfte und Ganztagspersonal zusammen?
- Digitalisierung und KI. Wie nutzen wir Geräte und Werkzeuge so, dass Lernen besser wird, und wie gehen wir mit Sprachmodellen bei Hausaufgaben und Prüfungen um?
- Lehrkräftemangel. Wie verteilen wir Aufgaben, entlasten das Kollegium und binden Quereinsteiger ein?
- Übergänge. Von der Grundschule in die weiterführende Schule, von der Schule in Ausbildung oder Studium.
- Schulklima. Pausen, Regeln, Mitbestimmung, Umgang miteinander.
Wie Schulentwicklung mit Design Thinking abläuft
Eine echte Frage der Schule
Die Steuergruppe formuliert eine offene Frage aus dem Alltag: „Wie können wir erreichen, dass mehr Kinder nach dem Mittagessen im Ganztag bleiben wollen?“ Wie man solche Fragen formuliert, steht im Artikel über die Wie-können-wir-Frage.
Mit allen sprechen, die es betrifft
Lehrkräfte, Ganztagspersonal, Schülerinnen verschiedener Jahrgänge, Eltern, Schulsozialarbeit. Kurze Interviews und Beobachtungen in der Pause, am Nachmittag, beim Abholen. Schülerinnen und Schüler können selbst Interviews führen und lernen dabei mehr über ihre Schule als in jeder Unterrichtsstunde.
Ideen entwickeln und klein ausprobieren
Ein pädagogischer Tag, an dem gemischte Gruppen aus dem Kollegium Ideen entwickeln und Prototypen bauen. Ausgewählte Ideen werden für einige Wochen in einer Jahrgangsstufe oder an einem Wochentag erprobt.
Auswerten und ins Schulprogramm übernehmen
Was sich bewährt hat, geht in die Konferenz, mit den Erfahrungen aus dem Test. So entsteht ein Schulprogramm aus erprobten Bausteinen.
Was eine Schule dafür braucht
Eine Schulleitung, die Zeit für Erprobung freihält und Ergebnisse aus Tests ernst nimmt. Eine Steuergruppe, die den Prozess moderiert und das Kollegium mitentwickeln lässt. Ein Kollegium, das die Methode einmal selbst erlebt hat, am besten an einem pädagogischen Tag. Und die Bereitschaft, Schülerinnen und Eltern als Mitgestaltende zu sehen.
Wie Design Thinking im Unterricht eingesetzt wird, steht im Artikel über Design Thinking in der Schule, wie Hochschulen mit KI in Lehre und Prüfung umgehen, im Artikel über KI in der Hochschullehre.
Woran Schulentwicklung hängen bleibt
- Das Konzept für den Ordner. Es entsteht, weil es verlangt wird, und verändert nichts.
- Die Steuergruppe allein. Wenn nur wenige entwickeln, fühlt sich der Rest des Kollegiums übergangen.
- Zu viel auf einmal. Ganztag, Medien und Inklusion gleichzeitig überfordern jedes Kollegium.
- Ohne Schülerinnen und Schüler. Dabei wissen sie am besten, wie sich ihre Schule anfühlt.
Wie wir dabei arbeiten
Wir gestalten pädagogische Tage und Fortbildungen, in denen Kollegien Design Thinking an Fragen der eigenen Schule erleben, und begleiten Steuergruppen, Schulnetzwerke und Fortbildungsinstitute bei Entwicklungsprozessen. Die Formate stehen unter TfT Campus. Wie Lehrende Methoden weitergeben, beschreibt der Artikel über Train-the-Trainer für Innovationsmethoden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Schulentwicklungsprozess mit Design Thinking?
Ein pädagogischer Tag als Auftakt, danach einige Wochen Erprobung. Ein Durchlauf passt in ein Schulhalbjahr.
Wie werden Schülerinnen und Schüler beteiligt?
Als Gesprächspartner, als Interviewende, die andere befragen, und in gemischten Gruppen bei der Entwicklung von Ideen. Die Schülervertretung ist ein guter Ausgangspunkt.
Passt das zu den Vorgaben der Schulaufsicht?
Design Thinking ist ein Weg, Konzepte zu entwickeln, die ohnehin verlangt werden. Erprobte Bausteine machen ein Schulprogramm überzeugender.